Schöpfgericht

Im Namen des Wahnsinns ergeht folgendes Urteil:

Schöpfgericht Header 1 - Jaha, wir haben mehr als nur einen!

Als Tammo Schuhe bei Frontline kaufen wollte

Von Tammo geschrieben am 9. September 2011

Tammos neue Schuhe

Ich brauche Schuhe. Da ich dem Einzelhandel aus diversen Gründen nicht viel abgewinnen kann, bestellte ich sie online. Als die Lieferzeit bereits einige Tage überschritten war, stellte ich im Kundenmenü des Versandhandels fest, dass meine Bestellung storniert war.

Daraufhin schrieb ich folgende erste Mail:

Wertes Frontline-Shop Team,
meine Bestellung wird als “storniert” angezeigt, obwohl ich nichts dergleichen veranlasst habe. Wo liegt/lag das Problem?
Mit freundlichen Grüßen,
Tammo Zok

Darauf bekam ich nach kurzer Zeit folgende Antwort:

Hallo Tammo,
vielen Dank für deine E-Mail.
Aufgrund interner Kreditrichtlinien können wir deine Bestellung nicht ausführen.
Vielen Dank für dein Verständnis!
Bitte füge kundenservice@frontlineshop.com deinem Adressbuch hinzu.
Wir wünschen dir einen schönen Tag.
Viele Grüße,
dein frontlineshop-Team

Diese knappe Mail warf mehr Fragen auf, als sie beantwortete. Warum ich plötzlich geduzt wurde war dabei noch am einfachsten zu erklären, ich bin offensichtlich genauso hip, jugendlich und unbürokratisch wie das “Frontlineshop-Team”. Kryptischer hingegen wird es wenn es um das erbetene Verständnis für die “internen Kreditrichtlinien” geht. Das klingt weder unbürokratisch, jugendlich noch im geringsten Maße verständlich. Also fragte ich etwas erbost nochmals nach:

Wertes Frontline-Shop Team,
wie unschwer nachzuvollziehen ist, kann ich mit Ihrer Antwort absolut nichts anfangen da ich Ihre internen Kreditrichtlinien nicht kenne. Da von meiner Seite auch kein gesteigertes Verlangen danach besteht, mich mit ihnen vertraut zu machen, schlage ich aus Interesse beider Seiten (Sie wollen Umsatz machen, ich brauche neue Schuhe) vor, dass Sie mir einen Weg nennen, um den Auftrag doch noch abzuwickeln.
Sollte Sie Probleme mit der Zahlung per Visa-Kreditkarte haben, kann ich noch mit einer American Express oder der Zahlung via PayPal dienen.
Mit freundlichen Grüßen,
Tammo Zok

Nach dieser Mail erwartete ich einen zwar nicht unbedingt gebauchpinselten, jedoch am wirtschaftlichen Wohlergehen seines Unternehmens interessierten “frontline-Team”-Mitarbeiter. Weit gefehlt:

Hallo Tammo,
vielen Dank für deine E-Mail.
Aus Datenschutzrechtlichen Gründen dürfen wir dir keine Auskunft geben. Gerne kannst du dich schriftlich an unsere Zentrale an Hamburg wenden.
Frontline GmbH
Große Elbstr. 279
22767 Hamburg
Bitte füge kundenservice@frontlineshop.com deinem Adressbuch hinzu.
Wir wünschen dir einen schönen Tag.
Viele Grüße,
dein frontlineshop-Team

Es wird kurios. Offensichtlich habe ich den gleichen, mitteilungsbedürftigen Mitarbeiter wie zuvor erwischt. Keine Frage wurde beantwortet, nur ein Vorschlag auf die Snailmail umzusteigen um noch mehr Zeit zu verschwenden. Hätte ich die Schuhe nicht wirklich haben wollen, spätestens hier wäre ich wohl zur Konkurrenz gegangen. Dummerweise gab es das von mir gewünschte Model nun mal nur bei den Datenschützern von Frontline. Also folgte ein letzter Versuch:

Wertes Frontline-Shop Team,
Sie dürfen mir keine Auskunft über meine eigenen Daten geben? Aus welchem Grund sollte ich mich dann noch schriftlich an Ihre Zentrale wenden?
Oder handelt es sich bei den Problemen mit den “internen Kreditrichtlinien” um eine Zahlungsunfähigkeit Ihres Unternehmens?
Unabhängig davon möchte Sie ein letztes Mal auffordern, meine Bestellung schnellstmöglich abzuwickeln. Ich brauche neue Schuhe!
Mit freundlichen Grüßen,
Tammo Zok

Nun, ich dachte mit den Unterstellung einer Insolvenz mal ein bisschen Schwung in die Sache bringen zu können. Offensichtlich habe ich damit jedoch voll ins Schwarze getroffen, wie die postwendende Antwort vermuten lässt:

Hallo Tammo,
vielen Dank für deine E-Mail.
Gerne helfen wir dir weiter.
Aus Datenschutzrechtlichen Gründen dürfen wir dir keine Auskunft geben.
Bitte wenden dich hierfür schriftlich an unsere Zetrale in Hamburg. (sic!)
Gerne teilen wir dir die Adresse mit:
Frontlineshop GmbH
Große Elbstr. 279
22767 Hamburg
Vielen Dank für dein Verständnis.
Bitte füge kundenservice@frontlineshop.com deinem Adressbuch hinzu.
Wir wünschen dir einen schönen Tag.
Viele Grüße,
dein frontlineshop-Team

Nachdem ich nun also zum dritten mal “kundenservice@frontlineshop.com” zu meinem Adressbuch hinzugefügt hatte fiel mir auf, dass es um Frontline offensichtlich schon schlimm steht. Man hatte ganz offenbar schon die Musterformulierungen wegrationalisiert und die Mitarbeiter dazu genötigt, eigene Grußformeln und Orthographieregeln zu entwickeln. Die restlichen Lagerbestände werden dann wohl auch dazu gebraucht werden, um den Mitarbeitern ein letztes Gehalt in Naturalien auszuzahlen. Vielleicht finde ich meine Schuhe dann ja bald bei eBay.

 

 

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(Unfreiwillig) komischer Viral für Bildungsumfrage

Von max geschrieben am 26. Februar 2011

Die große Bildungsumfrage für Deutschland ist gestartet. Jawohl, endlich, denkt man sich sofort. Bis Mitte März kann man daran hier noch teilnehmen. Dann übergibt sich die Umfrage groß vor die Politik. Und damit möglichst viele Jugendliche mitmachen, gibt es ein prominent besetztes Filmchen dazu, dass sich doch bitte möglichst viral im Netz verbreiten soll. Illustre Personen, wichtige Persönlichkeiten, sozusagen die crème de la crème (man beachte die französischen Vokabeln!) der Deutschen Prominenz erläutert kurz, was für sie “Bildung” ist und warum sie wichtig ist. Hier das Video (für dessen Betrachtung dem Blog übrigens ein kleiner Geldbetrag von shareifyoulike überwiesen wird – nur um auf den wahren Charakter dieses Posts hinzuweisen):

Die Frage ist, warum sollte man so ein Video teilen (“sharen”)? Vielleicht, weil es unfreiwillig komisch ist, wenn die beiden Atzen-Musiker Manny Marc und Frauenarzt (bekannt für große, bewusstseinserweiternde Bildungshymnen wie “Disco Pogo” oder “Das geht ab (Wir feiern die ganze Nacht)”) ein Video über Bildung eröffnen? Oder weil es zum Schreien ist, wie sich der Schweiger Till windet und um Worte ringt? Oder weil eine hysterische Veronica Ferres uns darauf hinweist, dass wir nur mit genügend großem Vokabular in Frankreich ein Croissant bestellen können und so nicht elend verhungern müssen?

Man hätte das Video auch kürzer machen können. In dem man einfach nur Oliver Kalkofe zu Wort hätte kommen lassen: “Also doofe Menschen gibt’s genug.” Amen. Damit sich das ändert, sollte man allerdings an dieser Umfrage teilnehmen – vielleicht hilft es, dass in Zukunft vernünftigere “virale Videos” produziert werden.

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Wahlnachbereitung à la SPIEGEL

Von max geschrieben am 23. Februar 2011

Am vergangenen Wochenende hat Hamburg gewählt. Abgewählt, um genauer zu sein. Dementsprechend eiferten die großen traditionellen Medien wieder darum, wer zuerst die neusten Zahlen in seiner Berichterstattung nennt. Nicht auf dieses Spiel einlassen wollte sich scheinbar Spiegel Online – und verzichtete komplett auf Zahlen. Anfangs. Das ist praktisch, so kann man den Artikel zur nächsten Wahl einfach wieder verwenden ohne groß recherchieren zu müssen. Im nächsten Schritt sollte man vielleicht noch die Namen der Kandidaten durch Zahlen ersetzen. (Die aktuelle Austauschbarkeit von Personen und Prinzipien verlangen geradezu nach diesem Schritt.)

Berichterstattung auf SPON

Berichterstattung auf SPON

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iTunes Store: Weitere Informationen

Von max geschrieben am 13. Februar 2011

Vorweg: Apple-Addict und absolut zufrieden. Meistens. Und ich bin mir sicher, manche Fehlermeldungen und Probleme auf meinem Mac & iPhone sind nur zu meiner Belustigung vorprogrammiert worden.

Fehlermeldung in iTunes

Fehlermeldung in iTunes

Und weil ich ja neugierig bin und nicht einfach alles nur passiv abnicke, interessiert mich natürlich, woran das liegt und klicke auf “Weitere Informationen”.

Fehlermeldung im AppStore

Fehlermeldung im AppStore

Jetzt weiß ich also, wie ich den Fehler zukünftig vermeiden kann.

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FAZ vs. SpON: Das Duell der Überschriften

Von max geschrieben am 16. November 2010

Die allmorgendliche (Online-)Nachrichtenschau hat mir heute ein Runzeln auf die Stirn gezaubert. Da titelt die Online-Ausgabe des Spiegels groß “Neue Studie: DIW-Experten bezweifeln Mangel an Fachkräften“, während man auf FAZ.net “Studie: Deutschland verliert Spitzenkräfte” lesen kann. Heißt das nun, dass wir genug beziehungsweise zu viele Fachkräfte haben (weil der Mangel ja offensichtlich nicht besteht), diese Fachkräfte aber keineswegs Spitzenkräfte sind, weil diese nämlich verloren gehen (vornehmlich an Schweden und Großbritannien)? Wenn ich nicht so ein verzogener Schmallspur-Online-Rezipient wäre, würde ich mir die Artikel durchlesen. Doch die Überschriften haben mich abgeschreckt – es drohen widersprüchliche Informationen, womit mein informationshäppchen-verwöhntes Gehirn überfordert wäre.

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Mode für den Frostschutz

Von max geschrieben am 15. November 2010

Werbung muss überraschen, Werbung muss anders sein. Um so erfreuter war ich über folgenden Satz, den ich in einem persönlichen Anschreiben von herrenausstatter.de gefunden habe: “Auf in den Schnee – Frostschutz muss modisch sein!”

Modischer Frostschutz

Modischer Frostschutz

Und wie recht sie haben! Mode ist wichtig, gerade beim Frostschutz. Und wer weiß nicht, dass Hauptzweck von warmer Kleidung im Winter der Frostschutz ist. Es geht nicht ums Wohlfühlen, nein, es geht ausschließlich um den technischen Aspekt. Schließlich legen Menschen wert auf Funktion, nicht auf Gefühle oder Optik (und ein wenig kommt man der Optik ja entgegen – ist ja schließlich “modisch” das ganze).

Lieber Briefschreiber, lieber Texter, ich als Herr – und an solche wenden Sie sich ja als Herrenausstatter – kaufe Winterklamotten nicht zum Frostschutz, sondern um nicht zu frieren, um gut gekleidet zu sein, um trocken und warm von A nach B zu gelangen. Zu meinem ganz persönlichen Frostschutz habe ich deshalb Ihr Anschreiben verwendet, um ein kleines Lagerfeuer aus schlechten Werbebriefen zu machen. Zu mehr ist dieser Brief und diese Werbebotschaft nämlich nicht zu gebrauchen.

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Instant Influence

Von max geschrieben am 9. September 2010

Google Logo

Google lässt jetzt instantly searchen

Google hat getüftelt, Google hat ausgerollt, Google präsentiert uns stolz die “Instant Search”. Mit Eingabe des ersten Buchstabens beginnt die Suchmaschine, uns sofort Vorschläge zu machen. Google schreibt dazu:

Even when you don’t know exactly what you’re looking for, predictions help guide your search

Das ist interessant, denn gebe ich ein “a” ein, wird mir sofort “amazon” vorgeschlagen. So “leitet” Google also meine vage Suchanfrage auf eine sehr konkrete Zielseite. Das (Ablenkungs-)Potential ist enorm, entscheidet ein unbekannter Algorithmus nun darüber, was ich eigentlich suche und wirft mir fertige Suchergebnisse auf den Bildschirm. Suchen wird so zukünftig vielleicht schneller, allerdings bin ich mir sicher, dass so auch mehr Streuung erzeugt wird – nicht in den Suchergebnissen, sondern in den Klickraten auf der Google-Seite. Selbst, wenn ich eigentlich nach etwas anderem suchte, ende ich vielleicht auf einer anderen, vorgeschlagenen Seite, weil sie mir spontan interessant schien. Das erfordert in Zukunft mehr Disziplin von den Suchenden und erhöht den Druck für die Gesuchten, ihre Homepages google-tauglich zu gestalten, um in den Instant-Rankings möglichst früh vorgeschlagen zu werden. Mehr dazu vielleicht ein andermal.

Update: Es hat sich auch schon jemand anderes mit der Suggestiv-Wirkung der Instant-Suche befasst. Bitte hier weiterlesen.

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Student Lunch

Von max geschrieben am 3. September 2010

Das hier geht an alle, die sich Sorgen machen, wir könnten in Finnland eventuell verhungern, weil unsere Sprachkenntnisse noch nicht einmal ausreichen, um ordentlich zu fluchen. (Seit drei Tagen versucht ein finnischer Bekannter, mir einen Fluch beizubringen – klappt nicht. Ärgerlich.)

2,60 für ein Menü

Student Lunch

Dafür gibt es hier wirklich gute Mensen. Ja, die Betonung liegt auf dem Plural und der Tatsache, dass zwischen den Cafés teilweise gerade mal 100 Meter Luftlinie liegen. Die Menüs unterscheiden sich in den einzelnen Mensen, die Gerichte kosten ausnahmslos 2,60 Euro (Hauptgericht, Salat, Brot, 2 Getränke).

Wer wissen will, wie viele Restaurants es gibt und was es wann zu essen gibt, der findet hier eine Übersicht über die verschiedenen Mensen (sowohl die der Abo Akademi als auch der finnischen Unis in der Stadt). Mahlzeit!

Wer Ratschläge benötigt, wie man das Optimum (Antonym: Pessimum – M.W.) aus seinem Student Lunch macht, der wende sich doch bitte unter Angabe des Stichworts “Lunch” an unseren Autor Tammo.

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„Und, wie ist Finnland so?“

Von Tammo geschrieben am 29. August 2010

Eine kleine Fotostory, um diese Frage zukünftig pauschal mit einem Link zu diesem Beitrag beantworten zu können.

Untergekommen sind wir in einem “Student Village” genanntem Dorf, das fast ausschließlich von Austauschstudenten bewohnt wird.

Hier sieht man die Hauptstraße, an der sich auch die vielen Einkaufsmöglichkeiten befinden.

Wie zum Beispiel dieses Geschäft für den täglichen Nähbedarf, oder auch

die Post.

Deutlich wird auch, dass die Finnen großen Wert auf Sicherheit legen. So findet man kaum einen Velozipedfahrer ohne Helm und in fast jeder Straße

ist eine Feuerwehrwache mit Hightechequipment.

Untergebracht sind wir in einer

voll ausgestatteten, geräumigen Wohnung mit

großzügiger Küche. Sogar eine

eigene Toilette hat unser Flur!

Der Kommunikationsanschluss war auch schon in der Miete enthalten! Aber genug von unserer Wohnung, wir sind ja zum Studieren hier, also möchte ich auch ein bisschen was über unsere Universität schreiben.

Dass an der Bildung im Finnland nicht gespart wird, merkt man spätestens nach dem ersten Schritt in die Universitätsgebäude.

Das Rechenzentrum bietet ein umfangreiches Serviceangebot, dass in dieser Form selten zu finden ist und liegt geographisch direkt neben dem

Kopiercenter. Hier kann sich jeder in Windeseile sein eigenes Buch setzen und drucken. Meist findet man es jedoch schon in der

Bibliothek, und spart sich die 5-6 Wochen Arbeit.

Da wir ‚visuelle Kommunikation’ leider schon im vergangenen Semester belegt hatten, kommen wir nicht in den Genuss das

brandneue Designlabor zu nutzen. Hier wird – technisch ganz im Sinne unserer Dozenten der Heimatuniversität – noch mit Praxisbezug gelehrt.

Traurig, grade im Rückblick auf die Buchcovergestaltung, dass uns diese technischen Möglichkeiten nicht bereits vor einem Jahr zu Verfügung standen.

Letztlich noch etwas Privates. Unser Auto, mit dem wir anreisten, hatte leider einen defekten Vorderreifen. Ich war schon drauf und dran es zu verkaufen und hatte beim lokalen Fahrzeughändler auch schon ein probates Fortbewegungsmittel in unserer Preisklasse gefunden.

Doch wie es der Zufall so wollte, fand ich nur wenige Häuser nebenan einen Saab Fachhändler, der mir in nur wenigen Monaten ein Ersatzrad herstellen wird.

Mobilität gerettet!

Soviel zu den ersten Eindrücken aus dem sehr hohen Norden, Details und tiefere sozilogische Analysen folgen in Kürze.

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Unter Deutschen

Von max geschrieben am 25. August 2010

Tarifinformationen, die niemand versteht und gesäuerte Vollmilch anstatt Joghurt im Kühlschrank – willkommen in Finnland. Nach fünf Tagen in Turku (oder schwedischer: Åbo) fühlt man sich immer noch wie ein Bayern-Fan in der 60er-Kurve: missverstanden und alleine. Oder so ähnlich. Es ist weit weniger schlimm als es “Lost in Translation” vorschlägt, weil man rein optisch ein bisschen in der nordischen Menschenmenge ein bisschen untergeht. So lässt man sich ein bisschen durch die Stadt treiben (was übertrieben ist, denn so viel ist hier gar nicht los), lässt die deutsch-schwedisch-russisch-finnische Stadt auf sich wirken und versucht sich vorzustellen, wie es wohl ist, hier zehn Monate zu leben. Die Menschen in der Stadt, in den Geschäften, auf der Straße sind auf den ersten Blick kühl und distanziert, letztendlich aber ungemein hilfsbereit und nett. Nur, dass man mit Schwedisch zurechtkommt, ist eine glatte Lüge. Irgendwie spricht hier niemand schwedisch. Oder ich zu schlecht, als dass man mich verstünde.

Dafür verstehen mich meine Kommilitonen und fast alle anderen Studenten. Schließlich sind hier nur Deutsche. Da wartet man vor dem Hauptgebäude der Uni auf jemanden, sitzen doch tatsächlich zwei deutsche Studentinnen neben mir. Kann passieren, denke ich mir, bis ich höre, dass sie beide aus Eichstätt kommen. Wie klein ist diese Welt denn eigentlich? Und auch auf den ersten (noch zaghaften) Kitchen-Parties. “Where are you from?” “Munich” “Oh schön, ich komme aus Hannover.” Keine Seltenheit und irgendwie widersinnig: Da fliegt man tausend Kilometer in den Norden (Szenenwechsel und so) – und bringt die Deutschen mit.

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